Wilhelm "Willi" Rumsauer

Trauer um ein Urgestein der SPD


Willi Rumsauer († 2018)

SZ - Im Alter von 92 Jahren ist Wilhelm Rumsauer am 28. Dezember verstorben. Wer ihn kannte, dem bleibt er aufgrund seiner Geradlinigkeit im politischen Geschehen in Erinnerung, die ihm über die Reihen „seiner“ Sozialdemokraten hinaus Respekt einbrachte. Aber auch als Sangesfreund wurde ihm viel Anerkennung zu Teil, zuletzt als der Liederkranz zu Willi Rumsauers 90er zu Gast in St. Johann war.

Stationen aus einem bewegten Leben: aufgewachsen in Fünfkirchen in Ungarn, Lehre als Einzelhandelskaufmann, als „Volksdeutscher“ gemustert und ohne je aktiv an Kriegshandlungen beteiligt gewesen zu sein in russische und ungarische Kriegsgefangenschaft geraten, Spätheimkehrer (1953). Die Bodensee-Region war nun der neue Lebensmittelpunkt – zunächst Neukirch, dann Friedrichshafen und seit 1976 in Tettnang.

Beruflich war Rumsauer viele Jahre als Arbeitsvermittler und Sachbearbeiter im Bereich „Schwerbehindertenrehabilitation“ beim Arbeitsamt tätig. Engagiert zeigte er sich auch in seiner Freizeit – als begnadeter Sänger verlieh er dem Sängerbund Friedrichshafen und Liederkranz Tettnang Stimme (Tenor). Beim Häfler Sängerbund war er zudem als Vorstand aktiv und wurde für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Was zugleich ein Markenzeichen Rumsauers war: Er brachte sich ein, vertrat Positionen (vielfach in Leserbriefen an die SZ) und übernahm Verantwortung. Sein Politikverständnis ließ ihm keine andere Wahl: Es wurde in der Frühphase vom Godesberger Programm der SPD geprägt. 1960 in die sozialdemokratische Partei eingetreten war Rumsauer noch mit Mitte 80 für den Ortsverein als Kreisdelegierter und Kassenprüfer aktiv.

In einer Zeit, da die Parteibeiträge noch persönlich bei den Mitgliedern einkassiert wurden, war Willi Rumsauer Kassenwart. Zwischen 1983 und 1987 sowie übergangsweise in den 90ern führte er den Tettnanger Ortsverein als Vorsitzender an. Nach seiner Pensionierung wirkte Rumsauer drei Jahre im Stadtseniorenrat Tettnang mit - Engagement war für ihn keine Frage des Alters.

Als „grundsoliden Sozialdemokraten“ würdigt die SPD-Ortsvorsitzende Siglinde Roman den Verstorbenen. „Für mich war Willi ein Vorbild“, bekennt Siglinde Roman. Dass er Rückgrat zeigte, ist ebenso ein Grund hierfür, wie die Tatsache, dass er den Sozialdemokraten treu blieb, auch wenn er nicht immer mit dem einverstanden war, was in der SPD vor sich ging.

 

Quelle Text: Schwäbische Zeitung (https://www.schwaebische.de/landkreis/bodenseekreis/tettnang_artikel,-trauer-um-ein-urgestein-der-spd-_arid,10989574.html)

Foto: Olaf E. Jahnke

 

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